Welche Akustiklösung passt zu Ihrem Raum?

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Wenn ein Sitzungszimmer hallig oder Gespräche anstrengend wirken, stellt sich schnell die Frage: Akustikbild, Akustikpaneel, Vorhang oder doch eine Lösung an der Decke?

Die Antwort hängt weniger vom Produktnamen ab als vom Raum. Entscheidend sind die nutzbare Fläche, die Platzierung, die Nutzung des Raumes und der technische Aufbau der Lösung. Das Akustikbild oder Akustikpaneel sollte deshalb nicht allein nach der Optik ausgewählt werden.

Einfach gesagt: Die beste Lösung ist jene, die zum akustischen Problem und zum Raumkonzept passt.

Ein hochwertiger Raum kann trotzdem anstrengend sein

Stellen Sie sich ein Sitzungszimmer in einer Kanzlei oder Beratung vor.

Grosser Tisch. Gute Stühle. Viel Glas. Glatte Wände. Vielleicht ein schöner Holzboden.

Optisch stimmt fast alles.

Trotzdem fällt nach einer längeren Besprechung auf: Stimmen wirken hart. Mehrere Personen sprechen zunehmend lauter. Videokonferenzen klingen unruhig. Gespräche benötigen mehr Aufmerksamkeit als erwartet.

Das Problem kann in der Raumakustik liegen.

Raumakustik beschreibt vereinfacht, wie sich Schall innerhalb eines Raumes verhält. Harte Oberflächen werfen einen grossen Teil des Schalls zurück. Fehlen ausreichend schallabsorbierende Flächen, kann der Nachhall störend werden.

Auch Schweizer Behörden behandeln Lärm und Akustik als relevante Faktoren der Arbeitsumgebung. Das SECO weist beispielsweise bei Büroarbeitsplätzen ausdrücklich auf Herausforderungen durch Lärm und Akustik hin.

Doch welche Lösung ist die richtige?

Stellen Sie nicht zuerst die Produktfrage

Ein häufiger Fehler besteht darin, direkt Produkte zu vergleichen:

«Brauchen wir drei Akustikbilder oder sechs Paneele?»

Die bessere Frage lautet:

Welche Flächen können wir in diesem Raum sinnvoll für die Schallabsorption nutzen?

Denn nicht nur die Art des Absorbers zählt. Auch das Verhältnis zwischen Absorptionsfläche und Raum sowie die Verteilung der Elemente spielen eine wichtige Rolle. Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik weist bei der raumakustischen Planung ausdrücklich auf das Verhältnis von Absorbern zu Raumvolumen und ihre Verteilung hin.

Lassen Sie uns deshalb die wichtigsten Möglichkeiten kurz betrachten.

1. Akustikbilder: wenn Wandfläche und Gestaltung zusammenkommen sollen

Ein Akustikbild verbindet eine schallabsorbierende Wandlösung mit einer gestalteten Oberfläche.

Das kann besonders interessant sein, wenn freie Wandflächen vorhanden sind und der Raum nicht nach einer technischen Nachrüstung aussehen soll.

Typische Einsatzorte sind:

  • Sitzungszimmer
  • Beratungsräume
  • Kanzleien
  • Praxen
  • Empfangsbereiche

Der Vorteil liegt auf der Hand: Eine Fläche, die ohnehin gestaltet werden soll, kann gleichzeitig Teil des akustischen Konzeptes werden.

Aber hier liegt auch ein Risiko.

Ein schönes Bild ist noch keine ausreichende Akustiklösung.

Entscheidend sind der komplette Systemaufbau, die tatsächlich eingesetzte Fläche, die Platzierung und die technischen Nachweise. Akustische Eigenschaften werden für unterschiedliche Produkte und Systeme mit definierten Prüfverfahren bestimmt. Beim Fraunhofer IBP werden beispielsweise Wand- und Deckenelemente, Paneele, Textilien und Vorhänge nach entsprechenden Normverfahren geprüft.

Merksatz:
Nicht das Motiv absorbiert den Schall. Entscheidend ist das gesamte akustische System dahinter.

2. Klassische Akustikpaneele: funktional und vielseitig

Akustikpaneele sind für viele Räume eine sehr sinnvolle Lösung.

Sie können an Wänden oder je nach System an anderen Flächen eingesetzt und gestalterisch unterschiedlich integriert werden.

Ihre Stärke liegt häufig in der Planbarkeit. Formate, Oberflächen und technische Eigenschaften können gezielt auf ein Raumkonzept abgestimmt werden.

Für einen funktional geprägten Raum kann genau das richtig sein.

In einem repräsentativen Sitzungszimmer entsteht jedoch manchmal ein anderes Problem: Die Akustik ist verbessert, aber der Raum wirkt danach stärker technisch geprägt als gewünscht.

Das ist keine Frage von richtig oder falsch.

Es ist eine Frage der Prioritäten.

Geht es hauptsächlich um Funktion? Oder sollen Funktion, Kunst und Raumwirkung miteinander verbunden werden?

3. Deckenlösungen: wenn die Wände bereits belegt sind

Was tun, wenn fast keine freie Wand vorhanden ist?

Vielleicht besteht eine Seite aus Glas. Eine andere enthält Einbauschränke. An der dritten Wand befindet sich ein Bildschirm.

Dann sollte die Decke in die Überlegungen einbezogen werden.

Akustische Decken, Deckensegel oder andere geeignete Absorptionslösungen können eine wichtige Fläche erschliessen. Wand- und Deckenstrukturen gehören zu den etablierten Instrumenten der Raumakustik.

Der Nachteil: Eine Deckenlösung greift meist stärker in die Raumplanung ein.

Beleuchtung, Lüftung, Sprinkler, Installationen und Gestaltung müssen je nach Projekt berücksichtigt werden.

Gerade bei bestehenden Räumen kann eine Wandlösung deshalb einfacher sein. Bei Neubauten oder umfassenden Umbauten kann die Decke dagegen von Anfang an mitgedacht werden.

4. Vorhänge: flexibel, aber nicht automatisch akustisch wirksam

Vorhänge sind interessant, wenn grosse Glasflächen vorhanden sind. Mehr dazu auch hier, ein erfolgreiches KTI Projekt.

Sie können Atmosphäre schaffen, Licht beeinflussen und gleichzeitig zur Akustik beitragen.

Aber auch hier gilt: Vorhang ist nicht gleich Vorhang.

Material, Aufbau, Faltung und Montage beeinflussen die akustische Wirkung erheblich. Untersuchungen der Empa zeigen beispielsweise, dass schwere Vorhänge traditionell als Schallabsorber eingesetzt werden, während leichte transparente Textilien ohne entsprechende akustische Entwicklung deutlich weniger wirksam sein können.

Deshalb sollten Sie einen Vorhang nicht allein aufgrund seiner Stoffstärke oder Optik als Akustiklösung betrachten.

Fragen Sie nach technischen Angaben zum konkreten Produkt.

Muss es überhaupt nur eine Lösung sein?

Nein.

In vielen Räumen ist eine Kombination sinnvoller.

Beispielsweise:

  • Akustikbilder an einer freien Wand
  • zusätzliche Absorption an der Decke
  • ein geeigneter Vorhang vor einer Glasfront
  • weitere akustisch wirksame Elemente im Raum

Entscheidend ist nicht, möglichst viele Produkte einzubauen.

Entscheidend ist, die richtigen Flächen gezielt zu nutzen.

Eine typische Situation aus der Planung

Nehmen wir ein fiktives Beispiel.

Ein Beratungsunternehmen verfügt über ein hochwertiges Sitzungszimmer. Eine Längsseite besteht weitgehend aus Glas. Gegenüber befindet sich eine ruhige, noch freie Wand. Die Decke enthält bereits Leuchten und technische Installationen.

Nun könnten mehrere Wege geprüft werden.

Eine umfassende Deckenlösung wäre möglich, würde aber stärker in den bestehenden Raum eingreifen.

Ein geeigneter Vorhang könnte die Glasfläche ergänzen.

Die freie Wand bietet gleichzeitig die Möglichkeit, eine grössere schallabsorbierende Fläche gestalterisch zu nutzen.

In diesem Fall wäre deshalb nicht die Frage:

«Welches Akustikprodukt ist das beste?»

Sondern:

«Welche Kombination löst das Raumproblem mit möglichst wenig gestalterischem Eingriff?»

Genau diese Betrachtung verhindert viele Fehlkäufe.

Akustikbild oder Akustikpaneel: So gehen Sie in 6 Schritten vor

Schritt 1: Beschreiben Sie zuerst das Problem

Was stört Sie tatsächlich?

  • Hall?
  • harte Stimmen?
  • anstrengende Sitzungen?
  • schlechte Verständlichkeit?
  • unruhige Videokonferenzen?

Je konkreter das Problem beschrieben ist, desto sinnvoller kann die Lösung geprüft werden.

Schritt 2: Klären Sie Raumakustik oder Schallschutz

Das ist wichtig.

Raumakustik betrifft den Schall innerhalb Ihres Raumes.

Schallschutz betrifft die Übertragung von Schall zwischen Räumen oder nach aussen.

Ein Akustikbild kann die Raumakustik unterstützen. Es macht eine Wand jedoch nicht automatisch schalldicht.

Wenn Gespräche im Nachbarraum hörbar sind, benötigen Sie möglicherweise eine andere oder zusätzliche bauliche Betrachtung.

Schritt 3: Schauen Sie auf die verfügbaren Flächen

Prüfen Sie:

  • freie Wandflächen
  • Glasflächen
  • Decke
  • bestehende Kunst
  • Bildschirme
  • Einbaumöbel
  • Türen und Durchgänge

Sie erkennen dadurch schnell, welche Lösungen überhaupt sinnvoll integrierbar sind.

Schritt 4: Vergleichen Sie nicht nur die Optik

Fragen Sie bei einer konkreten Lösung nach:

  • technischem Systemaufbau
  • akustischen Nachweisen
  • benötigter Fläche
  • vorgesehener Platzierung
  • Montage
  • späterer Veränderbarkeit
  • gestalterischer Integration

So vergleichen Sie Lösungen auf einer vernünftigen Grundlage.

Schritt 5: Lassen Sie die Lösung im Raum visualisieren

Gerade bei repräsentativen Räumen ist die Optik nicht nebensächlich.

Ein Element kann im Muster hervorragend aussehen und an einer grossen Wand trotzdem zu klein, zu dominant oder unruhig wirken.

Eine Raumvisualisierung hilft, Proportionen, Farben und Anordnung vor der Entscheidung besser einzuschätzen.

Schritt 6: Lassen Sie bei anspruchsvollen Räumen genauer prüfen

Je grösser der Raum und je höher die Anforderungen, desto wichtiger werden Raumdaten, Berechnungen oder Messungen.

Eine Ferndiagnose anhand eines einzelnen Fotos hat Grenzen.

Kleine Schritte sind besser als zu grosse. Aber sie sollten auf einer nachvollziehbaren Grundlage erfolgen.

Wann eine Acoustic Edition von Resone interessant wird

Wenn eine ausreichend nutzbare Wandfläche vorhanden ist und gleichzeitig Kunst, Raumwirkung und akustische Funktion gefragt sind, wird ein kuratiertes Akustikbild besonders interessant.

Bei Resone Acoustic beginnt eine Acoustic Edition mit einem realen Mixed-Media-Original aus dem Atelier Bunter Fine Art.

Das Original wird digitalisiert und für Format, Textil und Raum neu komponiert. Die textile Edition ist dabei ausdrücklich kein Original, sondern eine limitierte Acoustic Edition nach dem dokumentierten Originalwerk.

Rahmen und Absorber bilden das technische System. Das Textil kann später ausgetauscht werden.

Damit lässt sich die Gestaltung eines Raumes weiterentwickeln, ohne automatisch das gesamte System ersetzen zu müssen.

Entscheidend bleibt aber auch hier: Die akustische Eignung muss zum konkreten Raum und zum eingesetzten System passen.

Typische Fehler, die Sie vermeiden sollten

Zu klein denken:
Ein einzelnes dekoratives Element wird nicht automatisch ein gesamtes Raumproblem lösen.

Nur nach Optik auswählen:
Schöne Gestaltung ersetzt keinen technischen Nachweis.

Nur nach technischen Daten auswählen:
Eine funktionierende Lösung, die gestalterisch nicht zum Raum passt, kann ebenfalls unbefriedigend sein.

Raumakustik mit Schallschutz verwechseln:
Wandabsorber verbessern nicht automatisch die Schalldämmung zum Nachbarraum.

Zu spät planen:
Je früher Akustik, Licht, Möblierung und Gestaltung gemeinsam betrachtet werden, desto weniger wirkt die Lösung später wie eine Nachrüstung.

Fazit: Erst den Raum verstehen, dann das Produkt wählen

Akustikbild, Akustikpaneel, Vorhang und Deckenlösung haben jeweils ihre Berechtigung.

Es gibt keine Lösung, die automatisch für jeden Raum die richtige ist.

Entscheidend sind:

  • das konkrete akustische Problem
  • Raumgrösse und Nutzung
  • verfügbare Flächen
  • technische Nachweise
  • Platzierung
  • gestalterische Anforderungen

Der Raum soll nicht nur gut aussehen. Er soll sich auch gut anfühlen.

Ihr nächster sinnvoller Schritt

Prüfen Sie Ihr Sitzungs- oder Beratungszimmer einmal mit neuen Augen.

Wo befinden sich grosse harte Flächen? Welche Wand könnte genutzt werden? Wo entstehen Gespräche, die hallig oder schneller anstrengend wirken?

Wenn Sie möchten, senden Sie Resone Acoustic einige Raumfotos, ungefähre Masse und eine kurze Beschreibung der Nutzung. Daraus lässt sich eine erste Einschätzung ableiten, welcher nächste Schritt sinnvoll sein könnte.


FAQ

Was ist besser: Akustikbild oder Akustikpaneel?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend sind Systemaufbau, benötigte Absorptionsfläche, Platzierung und gestalterisches Ziel. Ein Akustikbild kann besonders interessant sein, wenn eine Wand gleichzeitig akustisch und gestalterisch genutzt werden soll.

Kann ein Vorhang Akustikpaneele ersetzen?

Ein geeigneter Vorhang kann zur Schallabsorption beitragen. Seine Wirkung hängt jedoch stark vom konkreten Material und Aufbau ab. Er sollte deshalb nicht ohne technische Daten mit einem geprüften Absorbersystem gleichgesetzt werden.

Helfen Akustikbilder gegen Lärm aus dem Nachbarraum?

Nicht automatisch. Akustikbilder wirken auf die Raumakustik innerhalb eines Raumes. Die Übertragung zwischen Räumen ist eine Frage des Schallschutzes und kann bauliche Massnahmen erfordern.

Wo sollten Akustikabsorber angebracht werden?

Das hängt von Raumgeometrie, Nutzung, Oberflächen und dem eingesetzten System ab. Menge und Verteilung der Absorption sollten gemeinsam betrachtet werden.

Wie weiss ich, wie viel Akustikfläche mein Raum braucht?

Für eine erste Einschätzung helfen Raumgrösse, Fotos, Nutzung und vorhandene Oberflächen. Bei höheren Anforderungen sind Berechnung oder Messung sinnvoll. Pauschale Quadratmeterangaben ohne Raumdaten sind keine verlässliche Grundlage.

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